Der neue Roman von David Gilmour “Die Perfekte Ordnung der Dinge” beschäftigt sich mit der Frage, die sich wohl jeder Mensch irgendwann im Laufe seines Lebens stellt: Wie bewerte ich mein Leben in der Retrospektive? Was kann als positiv gesehen werden, was muss als negativ verbucht werden? An welchen Punkten des Lebens zeigen sich rückwirkend Wendepunkte oder Entscheidungen, die erhebliche Konsequenzen für die weitere Lebensführung bedeutet haben? Gilmour ist mit seinem melancholischen Rückblick zweifellos ein großer Wurf gelungen. Einfühlsam und mit großem Witz macht er sich auf die Reise in die eigene Vergangenheit und schafft es, den Leser mitzunehmen.
Seine Reise handelt er überwiegend über die drei thematischen Felder Frauen, Literatur und die Beatles ab. Und es ist beinahe gleichgültig ob Gilmour über die großen Werke der Weltliteratur sinniert, über John Lennon nachdenkt oder aber sich dem verzweifelten Bemühen hingibt, die Anzahl seiner Ex-Frauen zu summieren und deren jeweilige Eigenschaften sowie die Gründe für das Scheitern der Beziehungen zu bilanzieren. Er beschreibt mit so viel Leichtigkeit und Eleganz, dass der Leser seinem Lebensweg gerne folgt.
Ein Glücksfall für diesen Roman ist die Vertonung als Hörbuch mit der Stimme Reiner Schönes. Schöne kann als Idealbesetzung der Vertonung angesehen werden. Es gelingt ihm mühelos, mit seiner tiefen, warmen Stimme die Passagen des Buches, in denen der ältere Mann sein Leben reflektiert, bildhaft für den Hörer umzusetzen. Ebenso schafft er es spielerisch den Passagen, in denen der Enthusiasmus und der Schmerz des jungen Mannes thematisiert werden, für den Hörer greifbar zu machen. Keine einzige Minute des Hörbuchs mit einer Länge von 300 Minuten wird langweilig, im Gegenteil, fast ist der Hörer überrascht, wie schnell das Ende der Erzählung erreicht ist.